PERSKINDOL SWISS EPIC 2018

Swiss Epic 2018

Wir alle freuten uns riesig auf das diesjährige Swiss Epic. Swiss Epic bedeutet fünf Tage pures Mountainbiken auf feinsten Singletrails im Wallis, umgeben von einer grandiosen Alpenkulisse. In  fünf Etappen müssen rund 340km und 13‘000 Höhenmeter bewältigt werden. Das Swiss Epic fordert Ausdauer, Durchhaltevermögen sowie Geschick.

Dank unserem erfolgreichen Projekt auf der Plattform  “I believe in you“ war es uns möglich, mit zwei Teams am Start zu stehen. Das SCOTT development MTB Team 1 bestand aus Reece Tucknott und mir, während das SCOTT development MTB Team 2 sich aus Timon Rüegg und Kevin Kuhn zusammensetzte. Unser Ziel war es, sich mit einem Team in den Top 5 der Gesamtwertung zu platzieren.

Am Montag, 17.09.2018, machten wir uns mit ganz viel Gepäck auf den Weg ins schöne Wallis. Die Bettmeralp am Fusse des berühmten Aletschgletschers bildete Start- und Ziel der ersten Etappe. Am Montag vor der ersten Etappe liessen wir es uns nicht nehmen, mit dem Bike eine kleine Ausfahrt zu machen und den einzigartigen Aletschgletscher zu besichtigen.

Etappe Bettmeralp – Bettmeralp, 11.09.2018

Bereits in der ersten Etappe stand uns mit 63km sowie 2‘700 Höhenmetern ein harter Brocken bevor. Pünktlich um 08:30 Uhr fiel der Startschuss. Nach einem neutralisierten Start ging es bereits in eine steile Rampe, wo bei den Teams mit Ambitionen auf den Gesamtsieg bereits mächtig Druck gemacht wurde. Wir konnten uns jedoch sehr gut behaupten und bogen ungefähr als 6tes Team in die lange Abfahrt von der Fiescheralp nach Fiesch ein. Als wir unten im Tal ankamen, wartete bereits ein weiteres Highlight, die Überquerung der Hängebrücke in Ernen, auf uns.

Wir fuhren unseren Rhythmus und versuchten, unsere Kräfte möglichst gut einzuteilen, denn der härteste Aufstieg von rund 1h zurück auf die Bettmeralp wartete noch auf uns. Den Schlussaufstieg fuhren wir dann in einem soliden Tempo hoch, was uns den sehr guten 6. Etappenplatz einbrachte.

Timon und Kevin gingen die Sache etwas ruhiger an. Für Kevin war es die erste Teilnahme am Swiss Epic. Die beiden teilten sich die Kräfte sehr gut ein und konnten im Schlussaufstieg noch einige Positionen gutmachen und die Etappe so auf dem 12. Rang beenden.

Etappe Bettmeralp – Grächen, 12.09.2018

Die zweite Etappe war eine Überführungsetappe von der Bettmeralp nach Grächen. Heute standen 77km und 2‘700 Höhenmeter auf dem Menü.  Bereits in der Startphase wurde ein sehr hohes Tempo angeschlagen. Wir wollten nicht überdrehen und liessen die Leaderteams etwas ziehen. Bei der Abfahrt nach Mörel, vorbei an der einzigen Safran-Plantage der Schweiz und dem anschliessenden Höhenweg im Rhonetal schlug die Defekthexe bei unglaublich vielen Teams zu und so waren wir plötzlich mit drei weiteren Teams unterwegs, welche um Platz zwei kämpften.

Im langen Schlussaufstieg nach Grächen mussten wir dann unser Tempo ein wenig drosseln und die beiden Teams ziehen lassen. Erschöpft im Ziel angekommen freuten wir uns sehr über den 4. Etappenrang. Timon und Kevin teilten sich das Rennen wieder sehr gut ein und erreichten wie schon gestern den 12. Platz.

Etappe Grächen – Grächen, 13.09.2018

Die Königsetappe des diesjährigen Swiss Epics wurde im Gebiet der im nächsten Jahr stattfindenden Marathon WM ausgetragen. Die Eckdaten: 71km und 2‘850 Höhenmeter. Der Start gelang uns heute hervorragend. Als drittes Team bogen wir in den ersten Singletrail entlang einer Suone ein. Bereits in der ersten Abfahrt zum Talboden fielen einige Teams durch Reifendefekte zurück. Wir fuhren auch heute unser Ding. Hinauf auf die Moosalp, von wo man ein einzigartiges Panorama hat, schlugen wir ein gleichmässiges Tempo an. Wir achteten auch darauf, genügend Kohlenhydrate zuzuführen, was bei solchen harten, lang andauernden Belastungen von entscheidender Bedeutung ist. Nach der schönen Abfahrt nach Kalpetran folgte wieder der Aufstieg nach Grächen. Nach 3h 44min und 59s im Sattel erreichten wir das Etappenziel als 6tes Team.

Nicht weit hinter uns tauchten bereits Timon und Kevin auch. Ihnen gelang zu den Tagen zuvor eine deutliche Leistungssteigerung. Sie klassierten sich auf dem 10. Rang.

Etappe Grächen – Zermatt, 14.09.2018

Die letzte Transfer-Etappe führte von Grächen nach Zermatt. Zum ersten Mal in dieser Woche zeigte sich das Wetter nicht von seiner besten Seite. Während der ganzen Etappe herrschte Nebel. Glücklicherweise waren die Temperaturen nicht allzu tief.

Reece und ich konnten uns heute sehr lange in der Spitzengruppe halten. Erst ganz am Schluss im Aufstieg zum Europaweg mussten wir reissen lassen. Eigentlich hätte man vom Europaweg einen wunderschönen Blick auf das Matterhorn, doch der dichte Nebel machte uns einen Strich durch die Rechnung. Nach dem Europaweg folgte bereits das nächste Highlight, der 5.8km lange Sunegga Flowtrail. Wir durften den Sunegga Trail vor der offiziellen Eröffnung am 16.09.2018 befahren. Vor uns präsentierte sich ein 5.8km langer Flowtrail, bei dem sich Anlieger an Anlieger reiht. Die Beschaffenheit des Trails ähnelte einem ausgerollten Teppich.

Das nächste Highlight war die Überquerung der Furi Hängebrücke. Es brauchte ziemlich viel Mut, da mit dem Bike drüberzufahren, denn links und rechts vom Lenker blieben nur wenige Zentimeter.

Die heutige Etappe stellte sich dann länger heraus als erwartet. Von den total angegebenen 63km hatte ich bereits 56km auf dem Tacho, doch das 10km Schild war noch nirgends zu sehen. Wir mussten unsere Kräfte nochmals sehr gut einteilen. Nach 66km trafen wir als 6tes Team in Zermatt ein. Timon und Kevin zeigten ebenfalls eine starke Leistung und klassierten sich als 9tes Team zum zweiten Mal in den top 10.

Etappe Zermatt – Zermatt, 15.09.2018

Am Samstag stand das Grande Finale auf dem Programm. Auf den 57km waren 2‘050 Höhenmeter zu absolvieren. Wir wollten nochmals alles aus unserem Körper herauspressen.

Zum ersten Mal ging es am Start ein wenig gemütlicher zu und her. Erst zum Ende des ersten Aufstiegs wurde das Tempo erhöht. Im ersten Trail gab es dann bereits einige Lücken zwischen den Teams, in der Fläche in Täsch rollte jedoch alles wieder zusammen. So bestand die Spitzengruppe aus ungefähr sieben Teams, inkl. uns sowie Timon und Kevin.

In einem kurzen Gegenaufstieg mussten wir die Spitzenteams ziehen lassen. Hinauf zum höchsten Punkt der Etappe, der 2‘606m hohen Fluhalp, hatte Reece mit Knieschmerzen zu kämpfen. Der Blick aufs Matterhorn liess die Schmerzen jedoch etwas in Vergessenheit geraten. Timon und Kevin überholten uns. Sie lagen zu diesem Zeitpunkt auf dem hervorragenden 6. Platz. Leider holte Timon in einer der letzten Abfahrten noch einen Platten.

Wir fuhren sicher nach Zermatt zurück,  wo wir uns sehr über den 5. Gesamtrang freuen konnten. Timon und Kevin verloren leider noch einige Positionen, jedoch können auch sie mit einem 10. Rang im Gesamtklassement sehr zufrieden sein.

Wir durften eine unglaubliche Woche im Wallis erleben. Ausser dem Platten von Timon kamen wir ohne Defekte durch, was bei diesem ruppigen Gelände nicht selbstverständlich ist. Vielen Dank an alle Sponsoren und Gönner, welche uns die Teilnahme überhaupt ermöglicht haben.

Der grösste Dank gebührt jedoch unserer Supportcrew mit Bruno Guggisberg, Luis Blumenthal und meinen Eltern. Bruno hat unsere Beine nach jeder Etappe durchgeknetet und wieder geschmeidig gemacht, während Luis unsere Bikes wieder auf Vordermann gebracht hat. Meine Eltern waren für die allgemeine Organisation sowie den Transport zuständig.

 

Pin It on Pinterest